AP1 – Ausgangsanalyse 

AP1 umfasst zunächst eine Sichtung der bereits vorhandenen Ansätze, Lösungen und Literatur. Dies geschieht unter Berücksichtigung der speziellen Anforderungen von Klein und mittleren Unternehmen (kurz KMU) und der besonderen Ausrichtung des Projektes. Dazu soll eine Reihe von Experteninterviews in unterschiedlichen Organisationen durchgeführt werden, die bereits Erfahrungen mit (Reverse) Mentoring und Fokus auf den digitalen Wandel gesammelt haben oder Unterstützungsleistungen und Tools anbieten. Am Ende des AP1 ist eine Wissensbasis vorhanden, mit der die Pilotphase gestartet werden kann. Parallel dazu sollen potentielle Barrieren identifiziert werden, die in AP2 validiert und gerankt werden. 

AP2 – Erprobungsphase 

In AP2 werden die in AP1 identifizierten Tools, Strategien etc. an einem realen Digital Reverse Mentoring Prozess im Pilotunternehmen vollständig durchgespielt, von der Planung über die Steuerung bis zur Realisierung. Hier soll nach jedem Durchlauf eine Evaluation erfolgen sowie eine Auswertung des Feedbacks der Mentoren und der Mentees. Damit kann Reverse Mentoring so angepasst werden, dass es für KMU zielgerichtet einsetzbar ist. Die in AP1 aufgenommenen Barrieren sollen im Austausch mit dem im Projekt beteiligten Unternehmen zusätzlich validiert und letztendlich gerankt werden. Darüber hinaus finden in dieser Phase umfragegestützte Interviews mit Schülern und Schülerinnen (unterschiedliche Altersstufen und Berufszweige) der Berufskollegs in Bezug auf deren Bedenken und Herausforderungen im Mentoring 4.0 Prozess statt. Das gleiche Vorgehen ist für die andere interessierte Partei, die erfahrenen MitarbeiterInnen, geplant und wird dabei vom BVMW unterstützt. 

AP3 – Konzeption „Mentoring 4.0 für KMU“ 

In AP3 werden alle erforderlichen Bausteine für eine Verbreitung und Verstetigung des entwickelten Lotsenkonzeptes erarbeitet. Dies beinhaltet den Werkzeugkasten des Lotsen, der die vorhandenen Tools, Strategien und Herangehensweisen enthält, einen Quickcheck zur einfachen Situationsanalyse sowie vorbereitende Ansätze für das zu entwickelnde Programm zur Ausbildung weiterer Unternehmenslotsen (vgl. AP 5). 

Der Werkzeugkasten wird aktiv vom Lotsen als Informationsbasis eingesetzt und im Rahmen des Projektes stetig weiterentwickelt, stets unter besonderer Berücksichtigung der Menschen in klein- und mittelständischen Unternehmen. 

Der Werkzeugkasten soll bspw. folgende Themen abdecken: 

  • Identifikation von Mentor und Mentee in KMU 
    • Wie erkennt man im Unternehmen, wer als Mentor und Mentee geeignet ist? 
    • Wie erkennt man, dass Mentor und Mentee zusammenpassen?
  • Zwischenmenschliche Herausforderungen und Barrieren 
    • Wie geht man mit Personengruppen um, mit denen man wenig Berührungspunkte hat? 
    • Umgang mit bewusster und unbewusster Kompetenz. Wie erkennt man die eigenen Kompetenzlücken und arbeitet daran? 
  • Passende Motivationsfaktoren für die beteiligten Akteure 
    • Wie zeigt man den erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihren persönlichen Mehrwert durch die Nutzung neuer Software und Methoden? 
  • Informationen zu den Besonderheiten generationsübergreifender Zusammenarbeit 
    • Wie lernt ein junger Mensch? Wie lernt ein erfahrener Mensch? à Gegenseitiges Verständnis erzeugen. 
  • Welche Software-Tools gibt es, um das Wissen für das Unternehmen zu konservieren? 

Neben dem Werkzeugkasten ist ein onlinebasierter Quickcheck angedacht. Der Quickcheck nimmt dabei die Perspektiven der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder der Unternehmen ein und zeigt eine grobe Einschätzung zu Beginn eines Reverse Mentoring Prozesses auf. 

AP4 – Konzept vermitteln 

Der entwickelte Werkzeugkasten aus AP3 dient als Basis für die Vermittlung der im Projekt gewonnen Erkenntnisse. Mit den Informationen soll sowohl informiert als auch sensibilisiert werden. Dies erfolgt bedarfsgerecht bei weiteren KMU, die aktiv im Prozess begleitet werden. Hier ist auch die Produktion von zielgruppenspezifischen Informationsangeboten wie die Erstellung von YouTube Videos geplant. 

AP5 – Lotsen Ausbildung konzipieren 

Zur Verstetigung der Projektergebnisse auch über die Projektlaufzeit hinaus soll neben dem Werkzeugkasten auch ein personenbezogenes Angebot entwickelt werden. Ziel von AP5 ist es daher aus den im Projekt gewonnenen Erkenntnissen eine geeignete Lotsenausbildung zu konzipieren. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit den beteiligten Berufskollegs sowie der Akademie der Ruhr-Universität Bochum. Somit wird sichergestellt, dass das zu entwickelnde Fortbildungskonzept bedarfsgerecht in Aus- und Weiterbildung angeboten werden kann. 

AP6 – Transfer 

Wesentlicher Bestandteil des Projektplanes ist die Sicherstellung der Nachhaltigkeit in Angebot und Nutzung der Projektergebnisse. Neben Informationsveranstaltungen soll jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter eines KMU die Möglichkeit gegeben werden, sich zum Mentoring 4.0 Lotsen ausbilden zu lassen. Seitens der Berufskollegs könnte die Lotsenausbildung z.B. im Rahmen der Ausbildereignungsprüfung angeboten werden. Für alle anderen interessierten Parteien soll das Ausbildungsangebot über die Akademie der Ruhr-Universität Bochum angeboten werden. Auch nach Projektende stehen die Lotsen der mib Management Institut Bochum GmbH für Fragen rund um das Thema zur Verfügung. Die digitalen Informationskanäle in Form der Projekthomepage und des Werkzeugkastens werden auch nach Projektende von den Projektpartnern weiter gepflegt und aufrechterhalten. 

AP7 – Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit 

Neben der Koordination der Projektpartner und Teilaufgaben umfasst das Arbeitspaket die interne Kommunikation, das Berichtswesen sowie die Vernetzung mit relevanten Zielgruppen. Des Weiteren ist hier die Öffentlichkeitsarbeit angesiedelt, welche Zwischen- und Endergebnisse nicht nur dem Fachpublikum mittels Publikationen, Konferenzbeiträgen und Workshops, sondern ebenfalls der breiten Öffentlichkeit zu Verfügung stellen. Entsprechend ist hier auch die Pflege der Projekthomepage verortet sowie die Pflege der sozialen Netzwerke.